Startseite Teams 1. Herren Spielberichte 1. Herren vs. BG 74 Göttingen

Saison '11/'12 BOL-H

Trainer 1. Herren

Torben Schrader
-Kontakt-

Trainingszeiten 1. Herren

Dienstag20:30 - 22:00
Sporthalle THG
Donnerstag
20:00 - 22:00
Sporthalle Weende
Geschrieben von: MM   
Montag, den 04. Oktober 2010 um 17:54 Uhr

Sieg im Derby

Damen und Herren, herzlich willkommen im Zirkus! Nach einem Sieg und einer Niederlage war es am dritten Spieltag Zeit in der Manege von El Weendinio für weiße Wifebeater und XXXL Hosen, denn als Gast empfing man den geliebten Lokalkonkurrenten BG 74. Derbyzeit also und dementsprechend zahlreich fanden die Zuschauer den Weg in den Göttinger Norden, um dem Spektakel beizuwohnen. Um den über 80 Zuschauern neben Basketball noch mehr bieten zu können, versuchten sich einige Spieler als Konditor und so wurde Kuchen mit Bier kredenzt.

Zum ersten Mal konnte man vor einem Spiel gar optimistisch ob der personellen Situation agieren, da sich wirklich jeder für das Spiel arrangieren wollte, [...] Schichten tauschen konnte, aufs Lernen verzichtete oder bei leichter Angeschlagenheit einfach auf die Zähne biss. Dass man natürlich nicht aus dem Vollen schöpfen konnte, dafür sorgten diverse Infektionen oder etwa das Unvermögen namentlich nicht erwähnter Spieler, sich vernünftig Tee zu kochen. Und um ganz sicher zu gehen, wieder nur zu neunt antreten zu können, wurde Flügelspieler Steffen Müller kurzerhand im Training zertreten und verletzt an den Kuchentisch verbannt.

Anders dagegen die Personallage der BG. Man konnte mit vollständigem Kader antreten und angeblich wurde Center Max v. Daehne extra aus Hamburg eingeflogen. Verstärkt wurde er von Regionalliga-Center Nils Scharf, so dass BG auf den tiefen Positionen muskeltechnisch schon mal überlegen war. Worin man hingegen den Gastgebern um einiges unterlegen war an diesem Abend, war Teamgeist, denn Weende schickte sich an, eine der überzeugendsten Teamleistungen der letzten Jahre abzulegen.

Von Beginn an hielt das Spiel, was von einem Derby erwartet wird. Beide Mannschaften spielten hoch motiviert und es schien vorprogrammiert, dass beim ein oder anderen die Emotionen im Laufe des Spiels auch mal überschlagen könnten. BG verteidigte sofort aggressiv und bedingt durch eine für beide Seiten strikte Linie der Schiedsrichter schafften sie das Kunststück, bereits nach zwei Minuten die Teamfoulgrenze zu erreichen. Weende konnte ab dem ersten Angriff in Führung gehen und gar den Vorsprung stets ausbauen Garanten dafür wieder die zuletzt so starken Aufbauspieler Nico Giessler und Alex „fass mir an die Leiste“ Puls.

Zum zweiten Viertel traf man sich beim Spielstand von 29:21 wieder. Es ging ein wenig den Court hoch und runter und beide Mannschaften hatten gute Phasen und konnten konstant punkten. Aber auch die „dreckige“ Komponente des Spiels schälte sich langsam aus dem Schatten der bis dato sportlichen Begegnung und es kam zu ersten tumultartigen Szenen zwischen einzelnen Spielern. Beide Teams legten jedoch ein korrektes, deeskalierendes Verhalten an den Tag. Rein sportlich lief es für BG das zweite Viertel etwas besser, so dass man sich beim Stand von 44:41 in die Halbzeit verabschiedete.

Das nun beginnende dritte Viertel ist der Grund für die eingangs erwähnte Teamleistung, denn man präsentierte sich geschlossen wie nie zuvor. Jeder tat nun seinen Anteil für das Team. Zu nennen wären da ein sehr starkes Spiel von Flügel Jakob Grüner, der immer wieder seine Schnelligkeit zu Ballgewinnen und einfachen Fast Break Punkten nutzen konnte. Daneben konnte Martin Wendt als Einwechselspieler durch seine Motivation stets neuen Esprit sowohl in Offense als auch Defense aufs Feld bringen. Die Tiefspieler um Alex Schlüter, Till Sabel und Mischa Lumme kamen zusammen an diesem Abend zwar „nur“ auf 17 Punkte, reboundeten aber gut und waren sowieso einen Großteil der Zeit damit beschäftigt, sich mit den gegnerischen Centern zu prügeln.

In dieser Phase konnte man sich zwischenzeitlich auf 18 Punkte absetzen. Symptomatisch für die Reaktion der BG eine Szene, in der Robert Hausmann zum Korb zieht und nur durch ein unsportliches Foul gestoppt werden konnte. Er konnte zwar weiterspielen, eine nachträgliche Diagnose deutete jedoch auf eine Kreuzbandverletzung hin.

Ins vierte Viertel ging es mit einem 15 Punkte Vorsprung, doch was im dritten Viertel so gut klappte, klappte nun gar nicht mehr. BG spielte aggressiv und Weende versagten auf einmal die Nerven. Bedingt durch eine starke kämpferische Phase, angetrieben von Nils Scharf, Benny Herold und Tobias Vorkamp konnte sich BG nun Stück für Stück herankämpfen. Alles lief wieder auf ein Herzschlagfinale hinaus. Nicht zu erwähnen, dass die Stimmung kurz vorm Überkochen war. Vereinzelte Emotionen kanalisierten sich sogar in einem disqualifizierenden Foul seitens der BG, was wiederum die Vertreter einer ganz speziellen Disziplin, nämlich der Schiedsrichter- und Gegnerbeledigung auf den Plan rief. Aus diesem Grund beschäftigt die BG übrigens eigens ein Maskottchen, das mal wieder zu Höchstleistungen auflief. Natürlich ohne „einzelne Personen gezielt zu beleidigen“.

Zurück zur sportlichen Aktivität auf dem Feld. Die Aufholjagd fruchtete und es war Benny Herold, der Topscorer der BG des Abends mit 20 Punkten, der seine Mannschaft 150 Sekunden vor Schluss mit zwei verwandelten Freiwürfen erstmalig in Führung brachte.

Den anschließenden Angriff konnte Weende verwerten und durch gute Verteidigung einen Korberfolg des Gegners verhindern. Wiederum im Angriff war es Robert Hausmann vergönnt, den Korb des Abends zu erzielen, indem er einen enorm wichtigen Dreier ins Gesicht des Gegners versenken konnte. Der Dreierversuch zum Anschluss wurde verworfen und bei Ballbesitz Weende und etwa 60 Sekunden auf der Uhr wurde gefoult. Beide Freiwürfe konnten verwertet werden und für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich Mischa Lumme, der irgendwo aus der Tiefe der Zone in Richtung Dreierlinie segelte und den nächsten Dreierversuch der BG blocken konnte, der sogar in Ballbesitz resultierte. Es gab nochmal Freiwürfe und BG konnte noch mit einem spektakulären Halfcourt-Buzzer auf vier Punkte verkürzen, das änderte aber nichts am verdienten Sieg für Weende.

Alles in allem ein wirklich spannendes und attraktives Spiel für die Zuschauer. Bedingt durch die gute Stimmung wurden angeblich einige BG Spieler beim Duschen in der Weender Kabine gesichtet, denn dort war es einfach lustiger als in ihrer Dusche.

Optimistisch schaut man auf die nächsten Spiele, denn in den drei Wochen Spielpause ist nicht nur Zeit, Reste der acht Kisten Bier von Samstag zu beseitigen, sondern auch gezielt an Defiziten im Spiel zu arbeiten. Wie bei einer richtigen Mannschaft, so mit Trainer und allem. Darüber hinaus wird sehnlich USA-Reimport Taj Mouarrawy erwartet. Nochmal eine signifikante Verstärkung, hat er letztes Jahr in seinem Oberliga-Debüt dem TKH gleich mal 20 eingeschenkt.

Es wird sich zeigen, ob Weende das „96 der Oberliga“ bleiben wird – vor der Saison Abstiegskandidat, zurzeit aber Champions League Platz:-).


Es spielten mit Freude: Gießler (16), Grüner (11), Hausmann (13), Lumme (3), Muth (2), Puls (27), Sabel (6), Schlüter (8) und Wendt. Daneben auf der Bank Karasch und Karasch sowie Müller.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 07. Oktober 2010 um 12:45 Uhr
 

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